Energieausweis – einfach erklärt

Energieausweis

Ein Energieausweis informiert über die energetische Qualität eines Gebäudes. Er zeigt Käufern, Mietern und Eigentümern auf einen Blick, wie hoch der Energieverbrauch beziehungsweise der rechnerische Energiebedarf einer Immobilie ist. Gleichzeitig enthält der Energieausweis Empfehlungen zur energetischen Verbesserung des Gebäudes.

Der Energieausweis gehört mittlerweile zu den wichtigsten Dokumenten beim Verkauf, der Vermietung oder Verpachtung einer Immobilie. Grundlage ist das Gebäudeenergiegesetz (GEG).

Was ist ein Energieausweis?

Ein Energieausweis ist ein offizielles Dokument, das die Energieeffizienz eines Wohngebäudes oder Nichtwohngebäudes bewertet. Die Ergebnisse werden anhand einer Farbskala von Grün bis Rot dargestellt. Je grüner die Einstufung, desto energieeffizienter ist das Gebäude.

Der Energieausweis enthält unter anderem:

  • Energieeffizienzklasse
  • Energiekennwert
  • Angaben zum Gebäude
  • Baujahr
  • Heizungsanlage
  • Energieträger
  • Modernisierungsempfehlungen

Dadurch können Kaufinteressenten oder Mieter verschiedene Immobilien besser miteinander vergleichen.

Welche Arten von Energieausweisen gibt es?

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Arten von Energieausweisen.

Bedarfsausweis

Der Bedarfsausweis basiert auf einer technischen Berechnung des Gebäudes. Hier werden unter anderem berücksichtigt:

  • Wandaufbau
  • Dach
  • Fenster
  • Kellerdecke
  • Heizungsanlage
  • Warmwasserbereitung
  • Lüftung

Das individuelle Heizverhalten der Bewohner spielt hierbei keine Rolle. Dadurch liefert der Bedarfsausweis eine objektive Bewertung der energetischen Qualität eines Gebäudes.

Vorteile des Bedarfsausweises

  • unabhängig vom Nutzerverhalten
  • objektive Berechnung
  • ideal für Sanierungsplanung
  • bessere Vergleichbarkeit

Verbrauchsausweis

Beim Verbrauchsausweis werden die tatsächlichen Energieverbräuche der letzten drei Jahre ausgewertet.

Dabei fließen beispielsweise ein:

  • Heizkostenabrechnungen
  • Brennstoffverbräuche
  • Witterungsbereinigung

Der Verbrauchsausweis ist meist günstiger als ein Bedarfsausweis. Allerdings hängt das Ergebnis stark vom Heizverhalten der Bewohner ab.

Vorteile des Verbrauchsausweises

  • günstiger
  • schneller erstellt
  • ausreichend bei vielen Wohngebäuden

Wann wird welcher Energieausweis benötigt?

Nicht jeder Eigentümer kann frei zwischen beiden Varianten wählen.

Bedarfsausweis ist vorgeschrieben

Ein Bedarfsausweis ist in vielen Fällen Pflicht, insbesondere wenn:

  • das Wohngebäude weniger als fünf Wohneinheiten besitzt,
  • der Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde und
  • das Gebäude energetisch nicht mindestens den Anforderungen der ersten Wärmeschutzverordnung entspricht.

Außerdem wird der Bedarfsausweis häufig für Neubauten erstellt.


Verbrauchsausweis ist möglich

Ein Verbrauchsausweis kann häufig genutzt werden, wenn:

  • das Gebäude mindestens fünf Wohneinheiten besitzt oder
  • das Gebäude energetisch modernisiert wurde und die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt.

Hier entscheidet das Gebäudeenergiegesetz, ob ein Verbrauchsausweis zulässig ist.

Wann wird ein Energieausweis benötigt?

Ein Energieausweis wird insbesondere benötigt bei:

  • Verkauf einer Immobilie
  • Vermietung einer Wohnung
  • Verpachtung eines Gebäudes
  • Immobilienanzeigen (Angabe wichtiger Kennwerte)

Spätestens bei der Besichtigung muss der Energieausweis Interessenten vorgelegt werden. Nach Abschluss des Kauf- oder Mietvertrages erhält der Käufer beziehungsweise der neue Mieter eine Kopie.

Wie lange ist ein Energieausweis gültig?

Ein Energieausweis besitzt grundsätzlich eine Gültigkeit von zehn Jahren.

Nach Ablauf dieser Frist muss ein neuer Energieausweis erstellt werden, sofern dieser erneut benötigt wird.

Auch umfangreiche energetische Sanierungen können es sinnvoll machen, einen neuen Energieausweis erstellen zu lassen, da sich die energetische Bewertung häufig deutlich verbessert.

Welche Informationen enthält ein Energieausweis?

Ein moderner Energieausweis enthält unter anderem:

  • Energieeffizienzklasse von A+ bis H
  • Endenergiebedarf oder Endenergieverbrauch
  • Primärenergiebedarf
  • Baujahr
  • Wohnfläche
  • Heizungsart
  • Energieträger
  • Modernisierungsempfehlungen

Diese Angaben ermöglichen eine schnelle Einschätzung der Energieeffizienz einer Immobilie.

Was kostet ein Energieausweis?

Die Kosten hängen davon ab, welche Art von Energieausweis benötigt wird.

Typische Preisbereiche:

ArtPreis
Verbrauchsausweisca. 50 bis 120 €
Bedarfsausweisca. 250 bis 600 €